Erste Schritte im Todesfall

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Der Verlust eines Angehörigen ist nicht nur schmerzhaft, es müssen auch wichtige Dinge erledigt werden. - © sollafune - stock.adobe.com
Der Verlust eines Angehörigen ist nicht nur schmerzhaft, es müssen auch wichtige Dinge erledigt werden. (© sollafune - stock.adobe.com)

Das Ableben eines geliebten Menschen, ist stets ein Schicksalsschlag für die Hinterbliebenen. Neben den emotionalen Eindrücken, kommen die bürokratischen Hürden und Formalitäten, die Angehörige stemmen müssen. Im besten Fall hat sich der Verstorbene finanziell abgesichert, sodass zumindest ein Teil der entstehenden Kosten gedeckt werden kann.

Hier erfahren Sie als Hinterbliebener, welche Schritte Sie nach dem Tod Ihres Angehörigen unternehmen und beachten müssen.

Verständigen Sie einen Arzt

Der erste Schritt für Sie ist es, den Hausarzt des Verstorbenen zu konsultieren. Dieser untersucht den Verstorbenen und stellt Todeszeitpunkt als auch -ursache fest. Zudem stellt er nötige Dokumente aus. Starb der Angehörige in einem Krankenhaus oder einer Pflegeheim, übernimmt die jeweilige Einrichtung diesen Schritt.

Unterlagen zusammenführen

Im besten Fall hat der Verstorbene Sie oder einen Bekannten informiert, wo er oder sie seine oder ihre Unterlagen, die nach dem Tod relevant sind, aufbewahrt. Darunter zählen:

  • Organspendeausweis
  • Testament
  • Patientenverfügung
  • Bestattungsverfügung
  • Personalausweis
  • Geburtsurkunde
  • Heiratsurkunde
  • Scheidungsurteil
  • Sterbeurkunde des Ehepartners
  • Versicherungspolicen

Diese werden unmittelbar nach dem Tod benötigt, jedes Dokument zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Suchen Sie die Dokumente rechtzeitig zusammen und verwahren Sie sie sicher.

Bestatter beauftragen

Angehörige sind verpflichtet, sich um den Leichnam des Verstorbenen zu kümmern. Dies nennt sich Bestattungspflicht. Diese Pflicht betrifft alle Angehörigen, die unabhängig von der Erbfolge geregelt ist. Diese müssen dafür sorgen, dass die Bestattung innerhalb der gesetzlichen Frist ordnungsgemäß erfolgt.

Beauftragen Sie als Angehöriger ein Bestattungsunternehmen oder informieren Sie sich, welches Unternehmen sich der Verstorbene in dessen Testament oder Bestattungsverfügung wünscht.

Informieren Sie Arbeitgeber und Angehörige

Versicherungen, Arbeitgeber und weitere Angehörige müssen sollten nach dem Ableben Ihres Hinterbliebenen informiert werden. Informieren sie umgehend alle Versicherungen. Anbieter von Lebensversicherung und Sterbegeldversicherung müssen unmittelbar nach dem Tod, bei einem Unfalltod und für Unfallversicherungen in der Regel innerhalb von 48 Stunden informiert werden.

Außerdem muss der Verstorbene von Kranken- und Pflegeversicherung abgemeldet werden. Die Haftpflichtversicherung endet automatisch.

Viele Angestellte haben zudem Anspruch auf Sonderurlaub, wenn ein Angehöriger Verstorben ist - informieren Sie deswegen Ihren Arbeitgeber.

Pflegeheimzimmer ausräumen

Lebte der Angehörige in einem Pflegeheim, gilt es jetzt für Sie das Zimmer zu räumen - dies muss zeitnah passieren, die Umstände können Sie im Vertrag nachlesen. Prüfen Sie deswegen wie lange Sie Zeit dafür haben. Halten Sie Rücksprache mit dem Einrichtungs-Personal.

Beantragung von Sterbeurkunde

Lassen Sie sich nach dem Ableben Ihres Angehörigen mehrere Ausfertigungen anfertigen - Sie benötigen dieses Dokument unter anderem bei Banken und Behörden. Beantragen können Sie dieses beim zugehörigen Standesamt. Das muss zeitnah geschehen, die Anzeige des Sterbefalls beim Standesamt, muss innerhalb von drei Tagen erfolgen. Hierfür benötigen Sie diverse Unterlagen des Verstorbenen:

  • Personalausweis
  • Geburtsurkunde
  • Totenschein
  • Heiratsurkunde / Scheidungsurteil / Sterbeurkunde des Ehepartners

Nachlass / Erbe

Unverzüglich nach dem Tod des Angehörigen, muss das Testament vom "Finder” beim Nachlassgericht abgegeben werden - andernfalls macht man sich strafbar, verliert das Erbrecht, Geldstrafen werden fällig oder gar eine Freiheitsstrafe. Alternativ hat der Verstorbene sein Testament einem Notar übergeben, der dieses weiterleitet.

Das Nachlassgericht setzt anschließend einen Termin für die Testamentseröffnung fest.

Erben müssen zudem einen Erbschein beantragen und das Finanzamt innerhalb von drei Monaten darüber benachrichtigen. Der Erbschein kann auch ohne vorliegendes Testament beantragt werden, wenn über die Erbfolge verhandelt wird.

Verträge

Nicht grundsätzlich enden Verträge automatisch mit dem Todesfall und müssen gekündigt werden. Verschaffen Sie sich als Angehöriger deswegen einen Überblick über laufende Verträge des Verstorbenen und kündigen diese.

Dazu zählen meist:

  • Mobilfunk,
  • Telefon,
  • Miete,
  • Strom,
  • Internet,
  • Mitgliedschaften

Melden Sie außerdem Energie, Wasser und Telefon um, sollten Sie in der Wohnung des Zutodegekommen leben.

Witwenrente / Hinterbliebenenrente

Stellen Sie als Hinterbliebener einen Antrag auf Witwenrente bei der Rentenversicherung. Die Zahlungen werden nicht automatisch ausgelöst. Dasselbe gilt für die Waisenrente.