Die Obduktion

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In einigen Fällen kann der Arzt eine Obduktion anordnen. - © Oliver Boehmer - bluedesign/stock.adobe.com
In einigen Fällen kann der Arzt eine Obduktion anordnen. (© Oliver Boehmer - bluedesign/stock.adobe.com)

Eine Obduktion, oder auch Autopsie, wird erst dann angewendet, wenn die Todesursache eines Verstorbenen nicht zweifelsfrei festgestellt werden kann. In diesem Fall wird der Verstorbene obduziert. Dies wird von den Behörden angeordnet.

Arten der Autopsie

Die klinische Autopsie

Die klinische Autopsie wird von einem Pathologen vorgenommen, wenn bei dem Verstorbenen eine natürliche Todesursache festgestellt wurde, jedoch weitere Aufklärung bedarf. Hierfür wird eine Einverständniserklärung der Angehörigen benötigt, in Sonderfällen kann dies jedoch auch umgangen werden - wenn es sich bei der Todesursache z.B. um eine meldepflichtige Krankheit handelt.

Die gerichtlich angeordnete Autopsie

Sollte bei der Erstdiagnose des Arztes eine unnatürliche Todesursache bei dem Verstorbenen festgestellt werden, ordnet das zuständige Gericht oder der Staatsanwalt eine gerichtliche Obduktion an. Es bedarf in diesem Fall keine Einverständniserklärung der Angehörigen, da der Gesetzgeber von Rechtswegen her verpflichtet ist, die Umstände des Todes aufzuklären. Dagegen kann kein Einspruch eingelegt werden.
Die Untersuchung wird hierbei stets von zwei Ärzten durchgeführt, mindestens einer davon muss ein zugelassener Rechtsmediziner sein.

Die behördlich angeordnete Autopsie

Sollte bei dem Verstorbenen keine natürliche Todesursache festgestellt worden sein, und befand der Tote sich im Sterbefall in einem öffentlichen oder privaten Krankenhaus, wird diese Art der Autopsie angeordnet.

Ablauf der Autopsie

Die äußere Leichenschau

Der erste Schritt der Autopsie beschäftigt sich mit allen äußerlichen Auffälligkeiten, wie Blutergüsse oder Wunden. Diese werden von den Ärzten dokumentiert. So können, mit Hilfe der Dokumentation, zum Beispiel Hinweise eines Tötungsdeliktes festgestellt werden.

Die Innere Leichenschau

Im zweiten Schritt werden die Organe des Verstorbenen untersucht und geklärt, ob Auffälligkeiten festgestellt werden können. Zudem werden Proben von Körperflüssigkeiten und Organen entnommen, um so Unstimmigkeiten, wie Schaden durch Gifte, festzustellen. Hierzu werden die Organe entnommen, gewogen, untersucht und anschließend wieder in den Leichnam gelegt. Ebenfalls entnommen und untersucht wird der Mageninhalt - dieser gibt Aufschluss auf den Todeszeitpunkt.

Zuletzt wird ein Obduktionsbericht vom Arzt erstellt.

Kosten

Auf Sie kommen keine Kosten zu, wenn Ihr Angehöriger einer Autopsie unterzogen wurde. Es sei denn, Sie haben diese selbst in Auftrag gegeben.