Sonderurlaub beantragen

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Oftmals ist durch einen Todesfall ein Sonderurlaub möglich. - © Anna Bryukhanova/Istockphoto
Oftmals ist durch einen Todesfall ein Sonderurlaub möglich. (© Anna Bryukhanova/Istockphoto)

Kommt es in Ihrer Familie zu einem Sterbefall, haben Sie die Möglichkeit Sonderurlaub für sich bei Ihrem Arbeitgeber zu beantragen. In vielen Fällen bezieht sich dieser Anspruch nur auf den 1. Verwandtschaftsgrad, wie den Kindern, dem Ehepartner oder Ehepartnerin des Verstorbenen.

Die Dauer des Sonderurlaubs ist hierbei von vielen Faktoren abhängig. Dazu gehören:

  • Verwandtschaftsgrad
  • Länge der Betriebszugehörigkeit
  • Kulanz des Arbeitgebers

Generell sollte darauf verzichtet werden einen allzu langen Sonderurlaub zu beantragen. Wie viele Tage Ihnen genau zustehen, ist gesetzlich jedoch nicht festgelegt. Festgehalten ist dieser Sonderurlaub im Bürgerlichen Gesetzbuch unter Paragraph 616 “Vorübergehende Verhinderung”.
In der Regel beläuft sich der Sonderurlaub auf Durchschnittlich 2 Tage. Diese können jedoch verlängert werden. Das hängt von der Länge der Betriebszugehörigkeit und der Kulanz Ihres Arbeitgebers ab.

Betriebszugehörigkeit

  • Kürzer als 6. Monate: 1 - 3 Tage
  • Zwischen 6 und 12 Monaten: 2 - 7 Tage
  • Länger als 12 Monate: 3- 14 Tage

Formell wird der Sonderurlaub wie gehabt eingereicht. Informieren Sie sich bei Ihrer Personalabteilung.
Sind Sie im öffentlichen Dienst tätig, ist eine Dauer des Sonderurlaubs mit 2 Tagen festgelegt (1. Verwandschaftsgrad). Dasselbe gilt, wenn Sie als Beamter oder als Beamtin tätig sind.

Generell gilt, dass Sie bei genehmigtem Sonderurlaub aus persönlichen Gründen Anspruch auf eine Entgeltfortzahlung haben. Somit erhalten Sie wie gewohnt ihr Gehalt. Genauere Regelungen entnehmen Sie Ihren Arbeits- oder Ihrem Tarifvertrag.
Zudem muss bedacht werden, dass der Sonderurlaub nicht vergleichbar mit den gesetzlichen Urlaubstagen ist. Zwar muss in beiden Fällen der Arbeitgeber den Urlaub genehmigen, der Sonderurlaub darf aber unter keinen Umständen von den gesetzlichen oder vertraglich festgehaltenen Urlaubstagen abgezogen werden.

Wichtig:
Es ist nicht leicht wieder in den Alltag zurückzufinden, nachdem ein geliebter Mensch verstorben ist. Setzen Sie sich deshalb unbedingt in einem persönlichen Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber zusammen und klären die Lage. Oft können in diesen Unterhaltungen bereits die wichtigsten Grundlagen für einen Sonderurlaub geklärt werden.