Die Erfüllung persönlicher Wünsche
Patientenverfügung

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Eine Patientenverfügung legt fest, was im Notfall zu tun ist.


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Eine Patientenverfügung legt fest, was im Notfall zu tun ist.
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Es passiert schneller, als man es für möglich gehalten hätte: ein schwerer Unfall oder ein sich rapide verschlechternder Krankheitsverlauf sorgen dafür, dass Sie nicht mehr selber entscheiden können, welche medizinischen Maßnahmen für Sie ergriffen werden. Mit einer Patientenverfügung können Sie vorab und rechtzeitig festlegen, welche Behandlung in einem Not- bzw. Pflegefall für sie getroffen werden.

Mit einer schriftlich verfassten Patientenverfügung bestimmen Sie selbst, ob zum Beispiel lebenserhaltende Maßnahmen abgeschaltet werden sollen. Die Patientenverfügung richtet sich direkt an Ärzte und das pflegerische Team. Des Weiteren gilt diese als Leitfaden für Ihre Bevollmächtigten und Betreuer.

Ein Notar ist hierfür nicht vonnöten, allerdings müssen Sie darauf achten, dass die Verfügung von Ihnen unterschrieben ist. Setzen Sie eine vertraute Person in Kenntnis, wo Sie die Patientenverfügung aufbewahren.

Was gehört in eine Patientenverfügung:

  • Konkrete Festlegung Ihrer Wünsche
  • Religiöse Anschauung
  • Einstellung zum Leben und Sterben

Vordrucke für Patientenverfügungen erhalten Sie im Buchhandel oder im Internet. Schließen Sie sich zuvor ggf. mit jemanden kurz, der sich mit der Materie auskennt (Hausarzt, Rechtsanwalt).

Beinhalten sollte der Vordruck:

  • Vorname und Nachname
  • Geburtsdatum
  • Anschrift
  • Datum
  • Unterschrift
  • Beschreibung der Situation, möglichst konkret
  • Benennung der medizinischen Maßnahmen die getroffen werden sollen
  • Benennung der medizinischen Maßnahmen, die auf keinen Fall getroffen werden sollen

Vorsorgevollmacht

Sie möchten einen Bevollmächtigten bestimmen, der bei einem Fall über die medizinischen Maßnahmen bestimmt? Als Ergänzung zur Patientenverfügung ist dies ratsam. Somit sind Sie den ersten Schritt gegangen und haben Vorsorge getroffen. Allerdings reicht diese Vorsorgevollmacht nicht aus - explizite Wünsche können ausschließlich in einer Patientenverfügung verfasst und im Notfall abgerufen werden.

Sollte es zu einem medizinischen Notfall kommen und Sie sind nicht im Besitz einer Patientenverfügung oder haben per Vorsorgevollmacht einen entsprechenden Passus vorgenommen, entscheiden Ärzte und Fachleute über die Maßnahmen - im besten Wissen und Gewissen. Kommt es zum Fall, wird zunächst ein Gericht einen Betreuer für Sie bestimmen müssen. Diese setzen sich mit Ihrer Familie auseinander.

Hinweise:

  • Die Patientenverfügung ist verbindlich für Betreuer, Bevollmächtigte, Ärzte, Pflegepersonal, Justiz und Angehörige.
  • Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen Ihre Patientenverfügung und aktualisieren Sie sie gegebenenfalls - Umstände in Ihrem Leben können sich stetig verändern.
  • Die Patientenverfügung lässt sich jederzeit von Ihnen widerrufen. Das geht formlos oder auch mündlich.
  • Setzen Sie sich idealerweise mit einem Rechtsanwalt zusammen - dieser wird mit Ihnen Punkt für Punkt durchgehen, worauf Sie achten müssen. Schalten Sie ggf. auch Ihren Hausarzt ein. Alternative: Hinzuziehen eines Notars.
  • Die Patientenverfügung ist lebenslang gültig. Sollten Sie Änderungen vornehmen wollen oder sie komplett widerrufen, müssen Sie zum Zeitpunkt der Änderungen oder des Widerrufs einwilligungsfähig sein (Art, Bedeutung und Risiken abschätzen können).
  • Möchten Sie sichergehen, dass Ihre Patientenverfügung im Notfall mit hundertprozentiger Sicherheit greifen wird, setzen Sie sich mit einem Anwalt oder einem Notar zusammen. Die Gebühren für Notaren belaufen sich hierbei zwischen 60 und 160 Euro - gut investiertes Geld.