Bestattungen im Buddhismus

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Feuerbestattungen zählen im Buddhismus zu den häufigsten Ritualen. - ©arinco - stock.adobe.com
Feuerbestattungen zählen im Buddhismus zu den häufigsten Ritualen. (©arinco - stock.adobe.com)

Je nach Quelle und Zählweise gibt es zwischen 230 und 500 Millionen Buddhisten weltweit. Viele unterschiedliche Strömungen in der Religion sorgten für genauso unterschiedliche Bestattungsarten und -varianten. Wie im Islam oder dem Christen- und Judentum, greifen Buddhisten auf bestimmte Riten und Traditionen zurück, wenn sie ihre Toten bestatten möchten.

Üblicherweise bahren Buddhisten ihre Verstorbenen bis zu drei Tage auf, bevor sie bestattet werden. In diesem Zeitraum ist es nicht gestattet, den Toten zu berühren, da man davon ausgeht, dass der Sterbevorgang noch nicht abgeschlossen ist und dieser bei Berührung gestört werden könnte.

Nachdem die drei Tage Aufbahrung beendet sind, versammeln sich Mönche und Angehörige des Verstorbenen im Haus des Toten und reihen sich um ihn oder sie. Während dieser Zeremonie wird gemeinsam meditiert, die Mönche predigen die Lehren Buddhas. Dies soll die Wiedergeburt, eine der Kernsäulen im Buddhismus, positiv beeinflussen. Anders als in anderen Religionen, werden Mönche nicht im herkömmlichen Sinne entlohnt − die Angehörigen dürfen diese sogenannten Almosen so hoch entrichten, wie sie in der Lage dazu sind.

Meist sind im Buddhismus die Feuerbestattungen verbreitet, selten auch Erdbestattungen. In beiden Fällen werden verstorbene Buddhisten in schmucklosen Gräbern beerdigt. Am ersten Tag der Beerdigung wird zu Ehren des Verstorbenen gefeiert. Die verschiedenen Strömungen zeigen sich auch in der Art der Bestattung. In Japan werden Särge bei buddhistischen Bestattungen zum Beispiel immer beliebter. Auch in sogenannten Sitzsärgen, in welchen die Toten der Tradition nach in einer Sitzposition senkrecht in die Erde gelassen werden. In Tibet ist oft auch eine Himmelsbestattung üblich, in welcher der Verstorbene im Tal des Buddha und unter freiem Himmel abgelegt und so der Natur zurückgeführt wird. Mancherorts kann man Zeuge einer Verbrennung auf dem Scheiterhaufen werden. Das Feuer wird dabei über einen gewissen Zeitraum bewacht.

Manche Friedhöfe in Deutschland bieten buddhistische Bestattungen an − inklusive Riten und Traditionen, die vorzunehmen sind. Da verstorbene Buddhisten in der Regel zu Hause aufgebahrt werden, kann es zu Problemen mit dem deutschen Recht geben. Hierfür können Sie sich in den Vorschriften zur Hausaufbahrung (Verordnung über das Leichenwesen) informieren. Diese sind unterschiedlich, je nach Bundesland, in dem der Buddhist verstarb.