Bestattungen im Christentum

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Ein Pfarrer hält vor dem Sarg eine Rede. - © www.africaphotobank.com/Stock.adobe.com
Ein Pfarrer hält vor dem Sarg eine Rede. (© www.africaphotobank.com/Stock.adobe.com)

Die Mehrheit der Deutschen gehört dem Christentum an. Traditionell wird in dieser Religion der Leichnam in der Erde bestattet. Heutzutage werden Feuerbestattungen häufiger als Option gewählt, diese galten lange Zeit als Sünde und wurde als Strafe verhängt. In der modernen Gesellschaft finden sich heute viele weitere Bestattungsmethoden dem Christentum entsprechend.

Folgend finden Sie die wichtigsten Informationen zu diesen Bestattungsarten:

  • Erdbestattung
  • Feuerbestattung
  • Baumbestattung
  • Seebestattung
  • sowie Alternative Bestattungsarten

Die Erdbestattung

Die traditionelle Art der Bestattung. Bei dieser Methode wird der Leichnam in einem Sarg dem Erdreich zugeführt. Dies muss in Deutschland zwingend auf einem Friedhof geschehen, frühestens 48 Stunden nach Eintritt des Todes. Zudem besteht eine Sargpflicht.

Traditionell wird der Sarg vor der Beerdigung in der Trauerhalle aufgebahrt. Hier haben die Hinterbliebenen die Möglichkeit, sich von dem Verstorbenen zu verabschieden. Üblicherweise wird der Sarg hierfür teilweise geöffnet. Zuvor wird der Leichnam für die Zeremonie von einem sogenannten Thanatopraktiker ästhetisch und hygienisch einwandfrei hergerichtet. Dabei darf der Verstorbene bis auf die Schuhe und den Gürtel die eigene Kleidung tragen. Anschließend wird der Sarg zu Grabe getragen.

Auch Möglich: eine anonyme Erdbestattung. Diese erfolgt in einem Gemeinschaftsgrab. Das Grab erhält keine individuelle Kennzeichnung durch einen Grabstein o.Ä.

Die Feuerbestattung

Bei der Feuerbestattung wird der Leichnam samt Sarg eingeäschert. Dies geschieht nach der Zeremonie in einem Krematorium und wird Kremation genannt. Anschließend wird die Asche in eine Urne gefüllt und zuletzt beigesetzt.

Hierbei gibt es einige Punkte, die beachtet werden müssen:

  • Wartefrist
  • Willenserklärung
  • Sterbeurkunde & Todesbescheinigung benötigt
  • Zweite amtsärztliche Leichenschau
  • Sargpflicht

Der Ablauf zeigt sich wie folgt: Zuerst wird der Leichnam hygienisch versorgt und zum Krematorium überführt. Die Wahl des Krematoriums liegt grundsätzlich in den Händen der Angehörigen. Dort findet die zweite amtsärztliche Leichenschau statt (s.o.). Die Angehörigen haben dann die Wahl, ob sie bei der Einäscherung anwesend sein möchten oder nicht. Dem Leichnam wird ein feuerfester und sogenannter Schamottstein beigelegt, in welchem eine Nummer eingraviert ist − somit kann die Asche eindeutig dem Verstorbenen zugeordnet werden. Der Verbrennungsofen hat eine Temperatur von etwa 1.200 Grad Celsius, die Dauer der Einäscherung variiert hierbei von 90 bis 120 Minuten. Die Asche wird daraufhin in eine Aschekapsel gefüllt, die der Urne beigefügt wird.

Anschließend kann die Urne auf einem Friedhof beigesetzt werden. Dabei haben die Hinterbliebenen die Auswahl zwischen anonymem Gemeinschaftsgrab, einer teil-anonymen Grabstelle, einem Reihen- oder Wahlgrab. Die Unterschiede zeigen sich beim Aufwand der Pflege und den Kosten. Auch möglich: eine Beisetzung in Kolumbarien oder Stehlen. Informieren Sie sich bei ihrem Bestatter, bzw. dem Friedhof.

Weitere Möglichkeiten der Urnenbestattung:

  • Baumbestattung
  • Seebestattung
  • Alternative Bestattungen

Die Kosten

Die Preise einer Feuerbestattung variieren je nach Region oder Stadt, in welcher der Sterbefall passiert, und liegen zwischen rund 700 bis hin zu über 4.000 Euro. Alle weiteren Informationen zu Preisen erhalten sie hier: Beerdigungskosten

Die Baumbestattung

Zu den üblichen Bestattungsmethoden werden heutzutage noch einige Alternativen angeboten. Dazu gehört die Baumbestattung. Hierbei wird die Urne im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt. Dies geschieht entweder auf einem Friedhof, der dies anbietet, oder einem dazu vorgesehenen Waldstück. Hinweis: In Deutschland ist es nicht erlaubt, die Asche eines Verstorbenen in der freien Natur zu verstreuen.

Für viele ist es wichtig in der Natur beigesetzt zu werden, der Natur nahe zu sein, auch nach dem Ableben. Der große Vorteil bei einer Baumbestattung ist, dass das Grab im Nachhinein nicht aufwendig gepflegt werden muss. Gleichauf haben die Hinterbliebenen die Möglichkeit, einen Ort der Trauer zu besuchen.

Da die Nachfrage nach Baumbestattungen stetig wächst, sind die Kosten hierfür etwas höher als bei einem herkömmlichen Urnengrab auf dem Friedhof. Informieren Sie sich bei Ihrem Bestatter, wo diese Art der Bestattung möglich ist.

Das passende Grab aussuchen

Die Wahl der Ruhestätte kann auch noch zu Lebzeiten erfolgen. Hierfür bieten sich Waldführungen an, die gemeinsam mit einem Förster vonstattengehen − hier können Sie sich einen Wunschplatz aussuchen. Dies ist sogar virtuell möglich. Zudem bietet sich an, die Urne an einem Familien- oder Freundschaftsbaum, oder einem Partner- oder Gemeinschaftsbaum beizusetzen. Diese bestehen in der Regel aus zwölf Einzelgräber, die um einen Baum angeordnet werden.

Wie bei der Erdbestattung haben die Hinterbliebenen bei der Beisetzung die Möglichkeit Abschied vom Verstorbenen zu nehmen. Oft werden zudem Sitzmöglichkeiten angeboten. Die Angehörigen müssen jedoch bei der Baumbestattung auf Grabdekoration, Bepflanzung oder einen Grabstein für den Verstorbenen verzichten. Stattdessen kann ein Namensschild am Grab platziert werden, ist aber nicht zwingend notwendig. Ein geistlicher Trauerredner kann auf Wunsch hinzu bestellt werden, der die Trauerrede halten wird.

Der Ablauf

Nach der Kremierung wird die Asche des Verstorbenen einer Urne zugeführt und zum Friedhof überführt, wo die gewünschte Bestattung stattfinden soll. Anschließend wird feierlich Abschied genommen, entweder in der Friedhofskapelle oder dem Ruheforst. Darauf wird die Urne, die biologisch Abbaubar ist, im Wurzelbereich beigesetzt − die Urne löst sich nach einer gewissen Zeit auf, die Asche wird der Natur zurückgeführt.

Die Kosten

Die Kosten für eine Baumbestattung unterscheiden sich, ähnlich den anderen Bestattungsarten, auch von Stadt zu Stadt. Die Nachfrage ist sehr hoch, dementsprechend sind die Kosten häufig höher als bei herkömmlichen Bestattungsarten. Zudem variieren die Preise auch von Bestatter zu Bestatter − informieren Sie sich vorab nach Preisen und Angeboten der Bestattungsunternehmen.

Durchschnittlich reichen die Preise für eine Erdbestattung in Deutschland von rund 700 bis fast 5.000 Euro.

Die Seebestattung

Eine weitere Art der Naturbestattung ist die Seebestattung. Auch hier steigt die Nachfrage an, wollen sich doch viele Menschen nach ihrem Ableben der Natur ein Stück näher wissen. Für diese Art der Bestattung wird, ähnlich der Baumbestattung, eine wasserlösliche Urne dem Meer zugeführt. Dies ist in allen Weltmeeren möglich. Das Verstreuen der Asche auf dem Wasser ist jedoch nicht gestattet.

Wie bei anderen Naturbestattungen fallen viele Kosten weg, die in den folgenden Jahren nach der Bestattung auf die Hinterbliebenen zugekommen wären, z. B. Grabpflege. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Verstorbenen zu Lebzeiten ein enges Verhältnis zum Wasser gepflegt haben und nun die Möglichkeit haben, sich diesen auch nach dem Ableben zugehörig zu wissen − dies spendet oft Trost.

Organisation

Die Seebestattung ist eine komplexe und aufwändige Art der Bestattung. Einige Bestatter haben sich auf diese Methode spezialisiert, einige bieten dies nicht einmal an. Informieren Sie sich vorab. Wurde die Art der Bestattung gewählt, übernehmen die Bestattungsinstitute den Großteil der anfallenden Aufgaben und Formalitäten; sie kümmern sich um Überführung, halten Kontakt zur Reederei und sorgen so für einen reibungslosen Ablauf.

So müssen einige weitere Schritte bei der Vorbereitung einer Seebestattung getätigt werden. Oft muss eine Genehmigung bei der zuständigen Behörde eingeholt werden, ehe die Bestattung auf dem offenen Meer stattfinden kann. Zudem muss zuvor eine Einäscherung vollzogen und eine passende Urne ausgewählt worden sein.

Ablauf

Generell wird die Bestattung von einem Schiff aus stattfinden, und dies außerhalb der sogenannten Dreimeilenzone, in welcher nicht gefischt oder Wassersport betrieben werden darf. Die wasserlösliche Urne wird anschließend mit einem Gewicht beschwert und dem Meer überreicht. Auch hier bietet sich eine Trauerfeier an, die im Kreise der Angehörigen stattfinden kann.

Der Verstorbene bzw. die Angehörigen haben zu Lebzeiten die Wahl aus zwei verschiedenen Arten der Seebestattung:

Die Begleitete Seebestattung

Die Hinterbliebenen haben die Möglichkeit, zwölf bzw. bis zu 90 Personen mit an Bord des Fahrgastschiffs mitzunehmen, die bei der Trauerfeier an Bord dabei sein dürfen. In der Regel wird anschließend eine Trauerrede gehalten, Abschied vom Verstorbenen genommen. Wie der Ablauf konkret sein soll, ist je nach Wunsch unterschiedlich. Auch die musikalische Begleitung, spielt für viele eine Rolle und kann auf Nachfrage beim Bestatter eingespielt werden. Kränze und Blumenschmuck ist ein wichtiges dekoratives Element, sehen Sie jedoch davon ab, diese der Urne ins Wasser folgen zu lassen. Dies ist nämlich aus ökologischen Gründen nicht zulässig. Alternativ werden Blumen oder einzelne Blütenblätter genutzt

Bevor es zur Beisetzung kommt, wird die Flagge des Schiffs auf Halbmast gesetzt und die Schiffsglocke geläutet. Die Urne wird noch für einige Minuten an der Wasseroberfläche schwimmen, bevor sie in die Tiefe sinkt. Zuletzt erhalten die Angehörigen vom Kapitän einen Auszug aus dem Logbuch des Schiffes sowie eine Kopie der Seekarte mit den Koordinaten des Beisetzungsortes.

Die Anonyme Seebestattung

Diese Art der Seebestattung kommt ohne das Beisein der Angehörigen aus. In der Regel bestatten Reedereien meist mehrere Urnen auf einmal. Dieses Angebot wird oft von Angehörigen genutzt, die sich selber im hohen Alter befinden und aus beispielsweise gesundheitlichen Gründen nicht mitfahren können. Eine Möglichkeit des stillen Gedenkens kann am Tag der Beisetzung stattfinden − das Bestattungsinstitut erhält den genauen Termin der Beisetzung und gibt diesen an die Angehörigen weiter.

Die Kosten

Je nachdem, wo die Bestattung stattfinden soll, steigen die Preise einer Seebestattung dementsprechend an. Immerhin ist es möglich, die Urne in jedem Weltmeer zu bestatten. Dafür entfallen die Friedhofsgebühren. Kostenpunkt sind zudem mögliche Trauerfeiern, ein Trauerredner oder Dekoration.

Im Schnitt belaufen sich die Kosten für eine Seebestattung in Deutschland zwischen 950 und rund 5.000 Euro.

Alternative Bestattungsarten

Weitere Bestattungsarten sind:

  • Almwiesenbestattung: Bestattung auf einer Wiese. In Deutschland nicht erlaubt. Jedoch u.a. in der Schweiz möglich.
  • Diamantbestattung: Die Asche wird zu einem Diamanten gepresst. In Deutschland nicht erlaubt; die Asche muss in das umliegende Ausland transferiert werden.
  • Tree of Life: Die Asche wird mit Bodensubstrat vermengt und zusammen mit einem Baum der Wahl in einen Topf gepflanzt. In Deutschland nicht erlaubt, auch hier muss diese Art der Bestattung im Ausland vorgenommen werden.
  • Luftbestattung: Die Asche wird mit Hilfe eines Luftballons auf etwa 20 bis 35 Kilometer transportiert, wo der Ballon platzt und die Asche freigibt . Auch dies ist in Deutschland nicht erlaubt, jedoch im Umland.

Diese Bestattungsarten setzen eine Einäscherung des Verstorbenen voraus. Informieren Sie sich bei Ihrem Bestattungsinstitut − dieses bietet mancherlei dieser Arten der Bestattung an. Die Preise variieren.